Team der Woche


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Der Eckenbrüller von Edgar Külow


Edgar Külow

02.05.2008

Cottbus ist im Westfernsehen schon seit Wochen abgestiegen. Nun aber, nach dem Sieg über Hansa Rostock, haben die Lausitzer der Abstiegszone ade gesagt. Rostock muß jetzt am Sonntag gegen den HSV punkten, die auch schon lange nicht mehr gewonnen haben. Beiden Fischköppen kann eine Punkteteilung nicht genügen. Alle sind in Not. Nürnberg muß in Dortmund gewinnen, Bielefeld gegen Bochum, Duisburg gegen Leverkusen. Und überall sitzt diese scheußliche Fratze mit in der Kabine und knarrt: »Ihr müßt heute unbedingt gewinnen!« Da kommt Freude auf.

In der zweiten Bundesliga geht es Aue und Jena nun wirklich an den Kragen. Es sind nur noch vier Spiele und schon sieben Punkte zum rettenden Ufer. Vor ihnen liegt noch Kaiserslautern. Denen steht das Wasser auch bis zum Kinn. Sie müssen nach Mainz, und da hängen die Trauben unheimlich hoch.

In der Berliner Bezirksliga ist die Lage weniger dramatisch. VfB Einheit zu Pankow kann weder auf- noch absteigen. Am Sonntag in Altglienicke sah es in der Pause sehr schlecht für Einheit aus. Wir lagen 2:0 zurück und sahen bis dahin keine Schnitte. Nichts lief zusammen. Tiffert schrie ins Feld, daß er selber den Teufel erschreckte. Aber es half. Zwar dauerte es bis zur 67. Minute, daß Jechow das 1:2 erzielte, aber in der 77. und 86. Minute machte Tesfu zweimal den »Ribéry«, und Einheit gewann noch 3:2. Nun ist der Tesfu aber auch einer der wenigen Stürmer in der Welt, der in einer Telefonzelle drei Gegner umspielen kann. Das nächste Spiel bei Sperber in Neukölln wird sicher noch schwerer.

In der Champions League lautet das Endspiel nach zwei brisanten Halbfinals Manchester United gegen FC Chelsea. In Moskau. Hätten auch gut in Tokio spielen können.


Quelle: Junge Welt vom 02.05.2008

18.04.2008

Schalke 04 hat Herrn Slomka nach der 1:5-Pleite in Bremen rausgeschmissen. Herr Doll durfte in Dortmund nach dem 0:5 in München bleiben, weil man für den BVB keinen neuen Trainer finden würde. Da würde ja selbst Leitzke von Sachsen Leipzig entsetzt abwinken. Wo es ums Überleben geht, machen die Ertrinkenden plötzlich Punkte. Für drei wird es jedenfalls zu spät sei. In der 2. Liga lauert ein halbes Dutzend noch auf die freiwerdenden Plätze.

Im DSF habe ich die Sponsoren unserer bekannten Fußballer vorgeführt bekommen. Kuranyi (Nutella), Klose (Prefa-Dach), Schweinsteiger (Mazda), Podolski (Polar-Weiß), Schneider (Opel), Lahm (Deutsche Familienversicherung), Mertesacker (Vredestien), Kießling (Arcor), Hilvert (Comdirekt), Frings (Susuki), Kehl (Bitburger), Fangruppe (Erdinger Weißbier), Schiedsrichter Hoyzer (bet and win) und so weiter.

Alle haben ihre Sorgen. Außer VfB Einheit Pankow. Die I. Herren gewannen nach großer kämpferischer Leistung in Mariendorf gegen den Traber FC mit 3:2 durch Tore von Fox, Frank (sieh an!) und El-Helaifi. Beer rackerte wieder wie verrückt, und der lange Wegner – meinte Fitti Charlet – hielt als letzter Mann alles schön zusammen. Sonntag kommt Angstgegner Liria. Die haben, weiß Gott, einen irren Sturm. Die AK 60 machte die obligatorischen sechs Tore. Tiffert löste von Münster ab und machte drei Tore, Dr. Weixelbaum zwei, Westphal eins.

Die AK 50 setzte sich gegen die Spandauer Kickers mit 3:1 durch. Am Mittwoch hatten unsere 32er noch ein Heimspiel im Finstern, weil wir eine ärmliche Flutlichtanlage unser eigen nennen. Einheit machte mal wieder ein Bombenspiel. Kay Seefeldt knipste zweimal, und Wianke hatte wieder die großen Eierkuchenhände mit. Er fing alles weg. Die Dunkelheit nahm zufriedene Zuschauer auf.

Quelle: Junge Welt vom 18.04.2008

04.04.2008

Die ersten sechs Mannschaften der Bundesliga hatten sich untereinander abgesprochen, den Sonnabend ohne Sieg zu absolvieren, und das gelang ihnen spielend. Cottbus schlug Hertha aus dem Feld, obwohl die Berliner auch in diesem Jahr wieder nicht absteigen werden. Und da grinst der Dieter Hoeneß über alle vier Backen. Jena gewinnt in München bei 1860 und hält sich den Klassenerhalt noch offen. Dann müßte aber gegen Paderborn unbedingt gewonnen werden. Aue spielt laufend gegen zwölf Mann. Da kann man nicht gewinnen. Wenn Kaiserslautern heute abend gegen Hoffenheim verliert, dürften die Teufel sich wohl in der Hölle der Regionalliga wiederfinden.

Das Ruhrgebiet hatte seinen großen Tag: Schalke empfing den FC Barcelona. Von zwei schwachen Mannschaften war Schalke die schwächere. Das 1:0 für die Spanier fiel nach einem schweren Fehler von Verteidiger und Tormann. Nun will Schalke im Rückspiel... Na, dann.

In Lichtenberg war ein scheußliches Wetter, aber Spieler und Fans aus Pankow hatten die Sonne im Herzen. Foxi machte per Elfmeter das 1:1 und Wagner in der 45. mit einem 25-m-Freistoß das 2:1. In der 79. band Katzer mit dem 3:1 den Sack zu. Tesfu machte diesmal kein Tor, band aber über 90 Minuten zwei Verteidiger.

Der nervöse Trainer der Lichtenberger Tino verlangte vom Schiri sechs Elfmeter, beschränkte sich dann auf vier, bekam aber keinen. Die 32er gewannen gegen Neukölln 4:0. Tore: Seefeldt (2) und Schulle. Die 60er schenkte Lichtenberg 47 gleich fünf Stück ein. Von Münster (2) Weixelbaum, Tiffert, Wolter. Bei 47 fielen Mertin Langer und Peret Czepat auf. (Beide natürlich ehemals Einheit Pankow) Die II. gewann in Borsichwalde 3:2 und entfernte sich mit diesem hochwichtigen Sieg von der Abstiegszone. Einheit sieht gut aus.

Quelle: Junge Welt vom 04.04.2008

26.03.2008

Na gut! Auch Borussia Dortmund hat mal wieder verloren. Das löst in Teilen des Sauerlandes große Freude aus, besonders wenn die Bayern in Cottbus 2:0 verlieren und noch jämmerlicher aussehen als die Dortmunder. Man muß schon vor der Lausitzer Merkelelf den Hut ziehen, obwohl die Bayern an diesem Sonntag wohl auch in Markranstädt oder beim FSV Werdohl grau ausgesehen hätten. Bremen verliert in Wolfsburg und macht Platz für Bayer Leverku­sen. Im Keller schwören von Spieltag zu Spieltag Duisburg, Nürnberg, Rostock und Bielefeld, nach oben zu kommen, wo die big points glitzern und der Euro winkt.

In der 2. Liga mußte Köln in Freiburg drei Punkte holen. Zumindest aber einen. Nichts da! Köln war froh, daß der Ziegenbock Hennes überhaupt wieder mit ins Rheinland zurückfuhr. Das tat übrigens Herr Daum (Foto) auch.

Beim VfB Einheit zu Pankow nach dem schönen Erfolg in Spandau waren die Erwartungen hochgeschraubt. Nach einer 2:0-Führung langte es aber nur zum 2:2. Die 32er taten sich genauso schwer, und ich war mit einem Punkt zufrieden. Beim Abpfiff stand ich schon im Ausgang. Und jetzt passierte etwas Ungewöhnliches. Zu Hause angekommen, war Fitti Charlet schon am Telefon. »Warum bist du denn schon gegangen?« »Ja, ich habe den Schlußpfiff doch mitbekommen.« »Nein«, empörte sich Fitti, »war doch Pokalspiel. Wir haben in der Verlängerung noch 4:1 gewonnen.« Jetzt bin ich schon langsam zu dumm zum Zuschauen.

Jena brachte sich mit einem Platzverweis in Dortmund um seine Endspielchance.

Quelle: Junge Welt vom 26.03.2008

07.03.2008

In der Bundesliga hat es Schalke erwischt. Die Bayern gewinnen 1:0. Der Kohlenpott ist wie erstarrt. Reviertrauer. Der Trainer legt seine Sachen zurecht. Die Fans sind schon durch manches dunkle Tor geschritten. Das neue ist schon wieder in Sicht. Rostock rettet in letzter Sekunde einen Punkt gegen Arminia Bielefeld. Der MSV verliert. Die Kellerkinder kommen alle da unten nicht weg. Aber die Dortmunder verlieren auch. Leverkusen verliert, in der 2. Liga ist Hoffenheim die Mannschaft der Stunde. Ich sehe sie schon in der Bundesliga.

Jena putzt Stuttgart im Pokal. Jetzt müssen die Thüringer im Halbfinale zur Borussia nach Dortmund. Also, dort kann man gewinnen. Leider bleiben die Siege in den Punktspielen aus. Jena ist kaum noch zu retten. Aue kämpft auch verzweifelt um jedes Pünktchen. Ich gestehe, die Kumpels von der Wismut stehen meinem Herzen nahe, zumal ich vor vielen Jahren noch auf dem heiligen Rasen des Lößnitztales gekickt habe, und das Wernesgrüner schmeckte in Aue hinterher wie kein anderes Bier auf dieser Welt.

Der VfB Einheit Pankow machte drei Punkte am Sonntag und stieß ins Mittelfeld vor. Nach drei Spielen ohne Sieg entwickelte sich eine kämpferische Partie, in der Schiedsrichter Wiecha (Westend 01) gegen FC Galatasaray drei berechtigte Elfmeter gab. Was das bei den Türken an Emotionen auslöste, kann jeder ermessen, der mit dem Berliner Fußball vertraut ist. Aber sie hatten keinen Tesfu. Der Pankower Afrikaner haute dem türkischen Keeper in der 84. Minute einen 20m-Freistoß ins Netz, daß den Fans die Freudentränen kamen. Apropos Tefu. Er schleppt den Ball durchs Mittelfeld‚umspielt drei Gegner, einer noch vor ihm, der völlig freistehende Mitspieler wedelt mit drei Armen, Tesfu spielt nicht ab. Er kann es. Tut's aber nicht. Die AK 50 schlägt den Frohnauer SC nach 0:2-Rückstand noch 5:2.

Quelle: Junge Welt vom 07.03.2008

22.02.2008

Wer sein Herz an Energie Cottbus vergeben hat, der mußte neben der Freude auch einiges Leid verkraften. Aber welcher Teufel das Management dieses leidgeprüften Clubs geritten hat, Angela Merkel als Ehrenmitglied aufzunehmen, das wird wohl ewig Energie-Geheimnis bleiben. Man hätte sicher auch gerne den Papst gehabt, aber der ist fußballerisch bekanntlich schon vergeben. Die Mannschaft juckte die Anwesenheit des erlauchten Mitgliedes jedenfalls überhaupt nicht: Sie verlor vor heimischer Kulisse gegen die oft arg gebeutelte Borussia aus Dortmund mit 0:2. Für den Energie-Vorstand wiegt das neue Mitglied jedoch alles auf. Auch ein Abstieg kann da niemand mehr schrecken.

In Berlin spielten sich beim Hertha-Spiel gegen den Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld umwerfende Szenen ab. Keiner hatte damit gerechnet, daß Hertha zu Hause noch ein Spiel gewinnen würde. In der 93. Minute fiel das 1:0. Länger konnte der Schiedsrichter nicht spielen lassen.

Mainz gewinnt in Mönchengladbach. Das ist der Knüller in der zweiten Liga. In der zweiten Halbzeit spielten die Borussen nur noch in der gegnerischen Hälfte, hatten aber mit ihren Attacken kein Glück.

VfB Einheit Pankow kam über ein 3:3 gegen Oranke nicht hinaus. Die Alten – die 60er – brachten wieder Sonnenschein in den naßkalten Februarabend. Sie besiegten Hertha Zehlendorf mit 3:0. Tore: Utze Solfrian und Volker von Münster (2). In der Halle ballerten sich die Alten in vier Spielen mit 10:3 Toren eine Runde weiter, wobei Volker von Münster sage und schreibe neun Tore machte. Die 32er machen auch viel Freude. Gegen Treptow gewannen sie mit 5:0. Die Torschützen waren Wiesner, Rosalski und Seefeldt (3).

Da Angela Merkel weg ist, sollte es Pankow vielleicht mal mit Hella von Sinnen versuchen.

Quelle: Junge Welt vom 22.02.2008

08.02.2008

Die zweite Saisonhälfte begann mit einem Eklat. Leverkusen konnte nur mit tatkrätiger Unterstützung von Schiedsrichter Lutz Wagner (Schneider nannte es Glück) mit Hilfe eines Elfmeters in der 87. Minute gewinnen. Der letzte Strafstoß, der mich so aufbrachte, war der von Schiedsrichter Hoyzer in Paderborn, der ihm eine längere Gefängnisstrafe und eine hohe Geldbuße einbrachte. Wagner sah in der Medienlandschaft nicht gut aus, wenn man vom DSF absieht, der gegen Cottbus immer zur Stelle ist. Das hat eine Ursache. Der Reporter sprach nicht von Cottbus, sondern von der Balkan-Auswahl, weil Cottbus ja in der Lausitz liegt und nicht wie die urdeutschen sauerländischen Dörfer Küntrop und Affeln in Deutschland. Ach ja, Herr Moldenhauer, so ist das Leben.

Bei Werder Bremen entschuldigte sich der Schiedsrichter noch nach dem Spiel wegen eines Fehlpiffes, der die Bremer um einen Teilerfolg brachte. Gut, daß diese Tour nicht Gewohnheit wird, da gäbe es momentan aber nach dem Spiel Beichtschlangen. In Schalke entkleidete sich Kuranyi nach seinem Tor, weil er nicht mit nach Dortmund zum Revierschlager wollte. In Bremen hatte Naldo keine Lust, mit nach München zu fahren.

Die Fußballnationalmannschaft wollte die Donau-Monarchie mal wieder besuchen. Zu diesem Zweck fuhren die Löw-Kinder nach Wien. 3:0. Vergessen.

Die erste Männerelf von Einheit Pankow will unbedingt ins Mittelfeld. Da muß Sonntag bei Bau Union aber ein Punkt her. Die 50er fegten, von Reiner Gerhard sehr gut eingestellt, Wilhelmsruh vom Platz. Tore: Wernike, Bruhs, Weixelbaum, Lange und Reschke je zwei (7:1). Die 32er gewannen ihr Pokalspiel und die II. gewann, und zwar 5:1. Leverkusen. Natürlich spielen die lieber im Westen. Lieber in Köln, Mönchengladbach, Dortmund, Bochum, Schalke als im slawischen Cottbus. Das ist so weit, so kalt und kaum zu gewinnen. Die müssen raus.


Quelle: Junge Welt vom 08.02.2008

25.01.2008

Berlin, die Stadt der hundert Hallen (wenn man vom Wellblechpalast absieht, in dem die Eisbären ihre Heimspiele laufend verlieren) rüstet sich zum Halali der Wintersaison im Fußball. Am Sonnabend um acht Uhr wird das erste Spiel angepfiffen. 20 Teams treffen beim Hallen-Cup aufeinander. Wir feiern wie jedes Jahr im Jänner ein Wiedersehen mit den Altnationalen Tommy Newerla, Leo Weichselbaum, Halmar Kremser, Rainer Gerhardt, Dr. Mach, Utze Solfrian, Bernhard Hertel ect. Unsere Erzfreunde von Fortuna Pankow sind auch dabei. Und natürlich auch die Recken von Lichtenberg 47.

Um den Afrika-Cup geht es beim großen Treffen der afrikanischen Fußballnationalmannschaften in Ghana. Wer glaubt, daß hier zweitklassiger Fußball geboten wird, irrt gewaltig. Die Akteure spielen fast alle nicht in ihren afrikanischen Heimatländern, nein, sie kommen aus der Türkei, aus Italien und Frankreich, von Real Madrid und Chelsea, vom VfB Stuttgart und Helsingborg und Dynamo Moskau. Auch die Trainer aus Deutschland, Italien und Frankreich verdienen sich am Äquator goldene Nasen. Berti Voigts’ Nigerianer wurden vom berühmten Kalou (Elfenbeinküste) schon im ersten Spiel mit einem Supertor erschossen.

Eine großartige Partie zeigte vor 20000 Zuschauern im Börde-Dauerregen der 1. FC Magdeburg gegen Schalke 04. Das 1:1 war hochverdient. Wenn diese Leistung Standard würde, könnte die zweite Halbserie für den neuen Trainer Linz an der Elbe sehr erfolgreich werden.

Bei den Europameisterschaften im Handball sah der deutsche Weltmeister gegen Spanien rundum grau aus. Auch Brandts Versuche, die hohe Niederlage herunterzuspielen, mißlangen. Es wird auf jeden Fall ein dornenreicher Weg zum Titel.

Quelle: Junge Welt vom 25.01.2008

11.01.2008

Die Altherrenmannschaften des VFB Einheit zu Pankow, also die 50er und 60er, fuhren unter Leitung ihres Häuptlings Reiner Gerhardt wie alljährlich ins Trainingslager auf die Kanarischen Inseln. Das vereinbarte Spiel gegen die Traditionsmannschaft des FC Barcelona mußte aus Termingründen von den Spaniern abgesagt werden, wurde aber aus dem Stand von den Nordberlinern in einen kameradschaftlichen Umtrunk geändert, der sehr erfolgreich verlief. Die 32er nahmen am Berliner Hallenturnier teil und belegten nach 9-m-Schießen den 3. Platz. Rosals­ki wurde zum besten Spieler des Turniers gekürt, nachdem er beim Wandlitz-Hallenfest schon die Torjägerkanone in Empfang nehmen konnte. Der Rosi ist in Pankow nicht mit Gold aufzuwiegen. Wir werden ihn sicher am 26. in der Dynamo-Halle beim Turnier der Traditionsmannschaften wiedersehen.

Im Winter ziehen fast alle Mannschaften in die Halle. In Riesa, Bamberg, Ingolstadt, Berlin ect., überall Hallenfußball. Und diesmal besser als bisher. Ein Beispiel: Während früher die Torleute im gegnerischen Strafraum herumwuselten, bleiben sie heute im Tor und halten wie die Handballtorhüter. An der Bande stehen Leute wie Bruno Labbadia, Heiko Scholz und Ingo Anderbrügge. Da wird es dem Betrachter feucht ums Fußballauge.

Die Spielzeit 07 war den Wandervögeln unter den Trainern vorbehalten. Vorne durchs Hauptportal über den roten Teppich rein, eine Stunde später hinten über den Abtreter wieder raus. Von Magath bis Doll, von Finke bis Heynckes, von Sander bis Iwanauskas, von Heine bis Schädlich – der Platz reicht nicht aus. Was wäre, wenn Hoeneß mal mit einem Rucksack die Linden runterliefe?

Quelle:Junge Welt vom 11.01.2008

29.12.2007

Es ist eine wunderbare Zeit, wenn der Ball ruht. Die Kicker liegen unterm Weihnachtsbaum und trinken Krombacher oder Hasseröder. Die Funktionäre und Sportjournalisten lassen das Fußballjahr noch einmal vorüberziehen, natürlich mit tiefschürfenden Analysen, ohne daß der Fangemeinde etwas klarer wird: Was war mit Klose bei Werder Bremen, als er plötzlich nach Bayern ging? Was war mit Van der Vaart, der vom HSV zu Valencia wollte? Was war mit dem Trainer von Arminia Bielefeld und dem Trainer vom HSV? Was war mit dem Trainer von Borussia Dortmund und dem Trainer von Energie Cottbus? Wo ist Toppmöller abgeblieben und wo Ivanauskas? Rummenigge contra Hitzfeld, Hoeneß contra Fans, Kahn bestraft. Man könnte leicht eine Zeitschrift mit solchen Meldungen füllen.

Die letzten, die vor der Pause noch ran mußten, waren die 32er von VFB Einheit zu Pankow. Sie lagen in Wartenberg nach der Halbzeit schon 3:1 zurück und gewannen durch Tore von Persicke, Schenke, Wiesner, Seefeldt und Wiekowski noch 3:5. Nun gehen die gefürchteten Einheit-Knipser Tesfu, Seefeldt, Görlitz, Reschke, Heinrich und von Nünster – nein, nicht in Urlaub – sondern in die Halle. Sicher haben die Jungs der 1. Mannschaft eine Pause verdient. Sie haben sich vom letzten Tabellenplatz bis ins Mittelfeld vorgearbeitet. Unsere Anerkennung.

Kommt einer vom Spiel auf dem Zobel nach Hause. Fragt die Gattin: »Wie habt ihr gespielt?« »Weiß ich nicht. Bin schon beim Stande von 0:0 in der 23. Minute vom Platz geflogen. Als die vom Platz kamen – ich hatte mir gleich ein paar Bier reingepfiffen – sagte Kermet: ›Es ist 0:0 geblieben.‹ Der Tormann hingegen meinte, wir hätten 9:8 gewonnen. Irgendwas dazwischen muß es gewesen sein.« – Guten Rutsch!

Quelle: Junge Welt vom 29.12.2007

14.12.2007

Da fragt man sich doch, wie diese Nichtskönner alle punkten. Beschimpft von den Kommentatoren an Mikrofon und Schreibtisch, schlagen sie sich anerkannt tapfer. Duisburg holt sich einen Punkt in München, Cottbus einen Punkt in Hamburg. Hannover schlägt Bremen und Jena gewinnt sogar in Kaiserslautern. Da geht einem doch das Herz auf. In Leverkusen träumen die Fans wieder mal vom Meistertitel. Den werden sie aber so wenig sehen wie Schalke. Die alte Dame Hertha verlor erwartungsgemäß in Nürnberg. Borussia Dortmund fertigte Arminia Bielefeld mit 6:1 ab. Es gab bei den Ostwestfalen nicht viel zu schlagen. Wenn man vom Trainer einmal absieht.

In der Champions League ist Schalke 04 nach einem 3:1-Erfolg gegen Trondheim einen großen Satz nach vorn gekommen, während Werder Bremen in Piräus bei Olympiakos mit 0:3 völlig einbrach.

Was sich in Leipzig abgespielt hat, ist unfaßbar. Eine Weihnachtsfeier der Fangemeinde von Sachsen Leipzig wurde von 50 bis 60 Vermummten und Bewaffneten überfallen, die im Lokal alles kurz- und kleinschlugen. Es ist erreicht: Chicago läßt grüßen!

In Pankow ist wieder ein Stück Zufriedenheit eingekehrt. Die Männermannschaft gewinnt bei Oranke 3:2 und setzt sich ins Mittelfeld der Tabelle ab. Bemerkenswert die drei Tore von Förtsch; der Siegestreffer sogar kurz vor Schluß. Tesfu brauchte keinen Treffer beizusteuern, spielte aber eine gute Partie.

Die 32er schlugen Preußen 3:2 durch Tore von Seefeldt (2) und Joppien (1). Schiri Laabes vom Spitzenreiter Stern Britz enttäuschte uns nicht. Wir sagen danke. Die 50er warfen Marzahn mit 5:2 aus dem Pokal.

Die Winterpause war nötig. Die Fußballwoche druckte schon die Spiele vom letzten Sonntag als die Ansetzungen vom kommenden Februar ab.

Quelle: Junge Welt vom 14.12.2007

30.11.2007

Die »Krombacher Klugscheißer-Runde« des DSF war am Sonntag im Sinne Rudi Völlers (»Es gibt nur einen Rudi Völler«). Dicke Knüppel wurden gegen Oliver Bierhoff geschwungen, der sich ins Trainergeschäft gedrängt hatte. Er wurde geschlossen in seine Schranken gewiesen. Latteck und Hartmann, waren die Wortführer. Hecking, der Trainer von Hannover 96, brachte eine schöne Note ins Gespräch. Er meinte, man dürfe die Leistung eines Trainers nicht nur von Sieg oder Niederlage abhängig machen. Ja, aber warum müssen denn weltweit die erfolglosen Trainer gehen? Natürlich spielt das Geld auch hier eine entscheidende Rolle. Und diese Theorie wird zur materiellen Gewalt, indem die Münchner Bayern Meister werden, weil sie das meiste Geld haben, und Energie Cottbus steigt ab, weil es das wenigste Geld hat. Ja, so einfach ist das.

Schalke zeigt sich dank Kuranyi gut erholt, wogegen Dortmund mal wieder auf der Bahre getragen wird. Jena macht einen guten Auswärtspunkt, Aue leider nur einen dünnen Heimpunkt. Für Erfurt war das Spitzenspiel in Düsseldorf bei der Fortuna etwas zu schwer. Die Überraschung aber war der Rausschmiß von Guido Buchwald bei Alemannia Aachen.

Unser Sonderkorrespondent Friedhelm Charlet faxte aus Kaulsdorf, daß Einheit Pankow Stern Kaulsdorf mit 6:2 überrannte. Krömke (1), Wagner (1), Jechow (1) und Tesfu (3) schossen die Tore. Tesfu drei, weil er partout Norman Jechow den Elfer nicht treten ließ. Unsere 32er spielten trotz der schönen Seefeldt-Tore nur 2:2 gegen Südring. Die 40er gewannen 2:1 gegen Wannsee, weil Schmunki wieder wie ein junger Gott hielt. Die AK 50 spielte dank Matuszewski gegen Hertha BSC 0:0. Die AK 60 schlug Mahlsdorf 7:1 durch Tore von Leo Weixelbaum (1), Manne Müller (2) und Volker von Münster (4). Da wundert sich schon keiner mehr.

Quelle: Junge Welt vom 30.11.2007

16.11.2007

Es war einer jener Sonntage auf dem Zobelplatz, an dem früher in Pankow geflaggt wurde. Die erste Mannschaft des VfB Einheit zu Pankow ließ dem Tabellenzweiten keine Schnitte, schickte den Gegner mit satten 7:1 geschlagen nach Altglienicke zurück.

Jeder Spieler des VfB verdiente sich das Attribut hervorragend. Fox und Wegener machten je zwei Tore, Förtsch und Tesfu je eins. Und Jeschow säbelte einen rein, damit hätte er auch im chinesischen Staatszirkus brillieren können.

Bei den Senioren machte Kay Seefeld wieder einmal vier Tore, bei den 60ern schossen von Münster, Tiffert und Jager den 3:0-Sieg über Lichtenberg 47 heraus. Unsere Alten sind ja fast unschlagbar. Ausgesprochen lobenswert finde ich, daß Tiffert, der Coach der I. Männer, sich bei den 60ern immer zur Verfügung stellt.

Ätsch! Nun hat es die Millionarios aus München auch erwischt. Beim deutschen Meister in Stuttgart verloren sie 1:3, Rummenigge rügte den Trainer, Hoeneß die Mannschaft. Das paßt den anderen Vereinen aber in den Kram! Werder, Schalke, Leverkusen – alle haben international keine Bäume ausgerissen, München lenkt von eigenen Pleiten ab.

Nürnberg sah jämmerlich aus. Sie versuchten, sich in Bielefeld durchzumeiern, es mißlang. Cottbus hätte einen Punkt verdient gehabt in Rostock, Hannover einen in Berlin. Die höheren Mächte hatten es anders beschlossen.

Wenn man die Spiele von Carl Zeiss Jena und Wismut Aue in der zweiten Bundesliga verfolgt also sie sind beide besser als ihr Tabellenstand. Immer fehlt ihnen am Ende ein Tor. Mönchengladbach war Gast bei den Löwen in München. Tore? Fehlanzeige. In der Regionalliga Nord schob sich Rot-Weiß Erfurt mit einem 3:0-Sieg in Lübeck an die zweite Position und macht sich stark für den langen Marsch in die erste Bundesliga.


Quelle: Junge Welt vom 16.11.2007

02.11.2007

Die Sonne schien. Der Präsident hatte zum Auswärtsspiel seines VfB Einheit Pankow in Treptow Kaffee, Käsekuchen und Gattin mitgebacht – es half alles nichts, der albanische FC Liria war die bessere Mannschaft und gewann verdient 3:0. Schulle verhinderte im Tor eine höhere Niederlage.

Gut, daß sich die Fans am Sonnabend schon amüsiert hatten. Die 40er machten ein Bombenspiel und schlugen den FC Treptow 6:2. In einer sehr guten Elf fielen Kaule und Heinrich auf, der auch bei den 32ern wieder auftauchte und dort sogar ein Tor schoß. Schulle machte zwei und verschenkte aus Mitleid noch zwei todsichere. Kopfballungeheuer Rosalski machte auch ein Tor für die Galerie. Bei den 50ern schlug Olaf Wrege dieSpandauer Kickers mit 1:0.

Nachdem die Überraschungen in der Bundesliga ausblieben, erwartete man von den Pokalspielen, daß die Unterklassigen ihren Gegner ein Bein stellen würden. Und das machten sie auch. Der Wuppertaler SV nahm die Hertha-Pfeifen aus Berlin ordentlich Maß; auch unter dem Aspekt, daß Hertha an diesem Tag kaum gegen unsere A-Junioren gewonnen hätten. Bochum erwischte es in Aachen.

Am Mittwoch abend ging dann der zweite Teil über die Runden. Mönchengladbach war in München den Bayern bis zur Pause ebenbürtig und hielt verdient ein 0:0. Dann folgte ein 1:3. Die Sensation schaffte Jena. Dort schlug man den ehemaligen Jenaer Trainer Hans Meyer mit seinem Pokalsieger Nürnberg 5:4 n.E.. Und das mit zehn Mann. 16 000 Zuschauer feierten Halloween. Der Deutsche Meister VfB Stuttgart kam gegen Paderborn mit viel, viel Glück ins Achtelfinale.

Quelle: Junge Welt vom 02.11.2007

19.10.2007

Wenn im Ruhrgebiet Blau-Weiß gegen Schwarz-Gelb spielt, ist das große Derby Schalke 04 gegen Borussia Dortmund angesagt. Einen Hauch davon erlebten wir beim Ortsderby Fortuna Pankow gegen VfB Einheit. Als Fox in der 20. Minute das 0:1 besorgte, wurde mir schon warm ums Herz. Wegener machte dann noch zwei schöne Tore hinterher. Die Fortunen konnten froh sein, daß ich aus Altersgründen nicht mehr spiele, es wäre ein Debakel für sie geworden.

Ich könnte mir vorstellen, daß es am Sonntag gegen Traber schwerer wird. Die 32er schlugen Stralau 11:0. Die 40er retteten durch Schmunkis Glanzparaden gegen Hermsdorf ein 4:2. Thomas Heinrich schenkte den Rot-Weißen aus Neukölln allein drei muntere Dinger ein, so daß die Zweite 5:2 gewann. Unser 2. Vorsitzender und Jugendleiter Marcel Swojak überraschte nach elfjähriger Verletzungsdauer seine Elke mit einem Heiratsantrag, den sie nach gründlichem Überlegen positiv beantwortete. Herzlichen Glückwunsch!

Die Fußballnationalmannschaft konnte in Irland nicht gewinnen. Da ich arbeiten mußte, verließ ich mich auf Fitti Charlets Urteil: »Du hast nichts versäumt. Nur Lehmann war sein Geld wert.« Bis weit nach Mitternacht saßen im Fernsehen noch diverse Schlabberköppe wie Hartmann und Calmund zusammen und vertieften das dünne Spiel.

Mittwochabend dann nationales Fußballprogramm. Deutschland gegen Tschechien. Vorspiel: Rußland gegen England. Die Insulaner verloren 2:1. Wer es nicht gesehen hat, versäumte ein prima Spiel. Die Moskowiter gewannen, obwohl Putin im Ausland war.Ach, du dickes Ei von Plettenberg! In der Halbzeit lagen wir schon 2:0 hinten. In der 2. Hälfte machten die Tschechen den Sack zu: 3:0. Ich müßte dringend nach Dresden, aber die Bahn streikt. Dabei ist die Lage der Nation ausgezeichnet und wird täglich besser. Nur im Mittelalter fuhr die Postkutsche immer zuverlässig.

Quelle: Junge Welt vom 19.10.2007

05.10.2007

Als der beste Stadionsprecher Berlins in Pankow verkündete, die deutsche Frauen-Fußballnationalmannschaft, die er als »Büstenhalter-Auswahl« apostrophierte, sei Weltmeister geworden, lag Einheit gegen Teutonia schon wieder 0:3 zurück. Nun haben wir weder Prinz noch Garefrekes in unsern Reihen, noch könnten wir sie bezahlen. Die Freude über den Sieg in China war jedenfalls groß, wenngleich bei Friedrich Charlet und mir doch ein wenig getrübt.Wenn die Aushängetruppe nie gewinnt, dann schmeckt dir auch bald die Bulette nach Gammelfleisch. Der dicke Calmund schwadronierte wieder im Fernsehen herum.

Gestützt auf Hoeneß’Aufregung über das nicht gegebene Tor in Leverkusen, plädierte der Exmanager für eingebaute Kameras in Torpfosten und Chips in Fußbällen. Warum das Geschrei nach mehr Elektronik? Die Schiedsrichter sollen abgeschafft werden. Und die Entscheidungen werden dann wirklich von draußen getroffen.Wie beim Eishockey. Dann dauert ein Fußballspiel natürlich über zwei Stunden.

Kaiserslautern stürzt ab. Da denkt man an renommierte Vereine. Wo krauchen sie rum, Preußen Münster und VfB Leipzig, VfL Benrath und Hüsten 09?

Den VEB Einheit-Zuschauern machen zur Zeit die Alten Herren wieder Freude.Unsere AK 40 gewann gegen Wacker/Alemannia mit 9:0. Die 50er taten es auch nicht unter 7:1 gegen den Frohnauer SC. In einer geschlossenen Mannschaft machten Patho Lange (3), Volker Reschke (2), Manfred Müller und Jürgen Wernicke die Tore. Unsere 60er hatten es gegen Hertha BSC bedeutend schwerer beim 4:3. Sie schossen unsere Tore: der gute Utze Solfrian (2), Jürgen Gütschow und Goalgetter Volker von Münster. Die Ak 32, eine der besten europäischen Mannschaften dieser Altersgruppe, schlug Westend 01 mit 7:2; dabei machten Kay Seefeldt 3, Jörg Schulze 2 Tore.

Quelle: Junge Welt vom 05.10.2007

21.09.2007

Das war ein Spiel! Wer das nicht gesehen hat, kann sich nur noch ärgern ... In der Halbzeit lagen wir mit 0:2 gegen den LFC Berlin hinten, und nur die größten Optimisten glaubten noch an eine Wende. Und sie kam. Weniger machte ein Tor, Foxi gleich zwei. Wir führten 3:2. Die Gäste freuten sich, als sie in der 92. Minute zum kaum erhofften Punktgewinn kamen. Ihre Freude war verständlich, wurde der Treffer auch noch aus einer Abseitsstellung erzielt. Jörg Milack fokussierte: »Wir haben nur einen Punkt gemacht; aber diese Mannschaft hat Charakter.«

Die 32er des VfB Einheit zu Pankow kamen gegen Spandau 06 so eben mit 2:1 über die Runden. Unsere Spaßmacher, die Ü 60, schlugen Blau-Weiß 3:1. Die Torschützen waren Tiffert, Gerhardt und Jager. Die 40er gewannen 4:0 gegen Türkiyemspor, das erfolgreiche Wochenende abrundend.

Ulli Hoeneß ist täglich im Fernsehen, um den Punktverlust gegen Schalke herunterzuspielen. Und er tut das mit einer geistigen Verkrampfung, die mich überrascht. Natürlich fand er den Freistoß, der zum rettenden Tor führte, in Ordnung. Aber dann belegte er die Medien, die es anders sahen, mit solchen sarkastischen Flachpässen, daß man ihn abdrehen mußte. Das gleiche Dilemma mit dem Schiedsrichter passierte in Aue, als der Verteidiger aus Gladbach den Ball im Strafraum mit der Hand abwehrte. Tausende im Stadion sahen es. Millionen an den Bildschirmen sahen es. Nur der Schiri nicht. Und der Gladbacher Trainer nicht. Der Reporter wand sich wie ein Wurm. Natürlich hat es der Schiedsrichter gesehen; aber er hat auch Familie. Und der Linienrichter hat eine Fahne. Und ein Deutscher mit einer Fahne ist fast unbesiegbar. Die Bezahlung der Sportler hat längst inflationäre Züge angenommen. Und die Millionäre auf der anderen Seite wollen dir ans Geld. Da muß gesenst und getreten werden. Geld kennt kein Pardon.

Quelle: Junge Welt vom 21.09.2007

08.09.2007

Das war am vergangenen Sonnabend eine Freude im DSF, als das Nürnberger Tor in Cottbus nicht gegeben wurde. So ist im Fernsehen kein Schiedsrichter runtergeputzt worden wie dieser Kircher. In der Krombacher Runde am Sonntag mittag beschäftigte der Biermoderator sein Publikum fast eine Stunde, indem er das Tor in zehn bis 20 Kameraeinstellungen zeigte, normal und langsam. Hans Meier bekam seinen obligatorischen Kabarettauftritt, und der Krombacher trat noch einmal kräftig nach, indem er Cottbus in dieser Saison den Abstieg prophezeite. Das ist nicht aufregend, das machen diese Ostgegner vom DSF alljährlich so.

Wenden wir uns ab von den DSF-Komikern, den sachlichen Ergebnissen zu. In der zweiten Liga und der Regionalliga Nord gab es interessante. Aue gewann in Paderborn und hat gegen Mönchen Gladbach bestimmt eine volle Hütte, Dresden gewann in Oberhausen und kann gegen Fortuna Düsseldorf auch mit gutem Besuch rechnen. Wie Rot-Weiß gegen Union.

In der Oberliga kam es zum Beinaheskandal wegen eines Strafstoßes für Türkyemspor gegen Dynamo, der nach Ansicht des BFC keiner war. Wenn die Krombacher erfahren, daß am vergangenen Wochenende in Deutschland etwa 2 835 Elfmeter verhängt wurden, von denen die Hälfte nach Ansicht der Bestraften keine waren, müssen sie sich mal wieder furchtbar albern vorkommen.

Wie dünn sah Einheit Pankow gegen die Türken in Rudow aus. Wieviel besser sahen wir gegen die Türken von Sperber Neukölln aus, und trotzdem langte es einer aufopferungsvoll kämpfenden Truppe nicht zum Sieg. Man kann es drehen, wie man will. Wir brauchen unsere Sommerurlauber. Wenn man zu Hause drei Tore frißt, das ist zu viel. Alleine konnte es Tesfu vorn nicht schaffen. Trainer Tiffert meint, ein Unentschieden wäre gerechter gewesen. Was ich von Gerechtigkeit im Fußball halte, ist gottlob allseits bekannt.

Quelle: Junge Welt vom 08.09.2007

24.08.2007

Elf des Tages (Angriff): Ephrem Tesfu – Einheit Pankow. Und diese Auszeichnung der Fußballwoche erfreute ihre Fans außerordentlich. Machte Tesfu doch beim Saisonauftakt gegen Bau Union allein vier Tore. Wie die schwarze Perle die Verteidiger aussteigen läßt, haben wir in Pankow noch nicht gesehen. Ich hoffe, er schlägt weiter zu – Gott erhalt’ uns den Tesfu! Seefeldt machte sein obligatorisches Tor, und am Ende hatten wir 6:0 gewonnen. Für den Anfang schon ganz schön. Die zweite Männermannschaft machte den Sonntag mit einem 1:0 gegen Unmuispor richtig rund. Die 50er und 60er gewannen ihre Montagsspiele überlegen, wobei es sogar Hertha BSC mächtig an den Kragen ging.

Jedenfalls betrachten die Anhänger von Amateurvereinen an solchen Tagen die Überraschungen bei den Profis viel gelassener. Bayern macht in Bremen vier Stück. Schalke macht gegen desolate Dortmunder vier Stück. Aachen gewinnt in Köln. Die vielgeschmähte Hertha muß gelobt werden, schlug sie doch Stuttgart glatt mit 3:1. Babelsberg gewinnt in Braunschweig 3:1. Nur Union sieht leider schon wieder nicht gut aus.

Am Mittwoch abend lief unsere Fußballnationalmannschaft ersatzgeschwächt im Londoner Wembley-Stadion auf. Als wir nach zehn Minuten schon 1:0 zurücklagen, sah es böse für uns aus, da keiner ahnte, daß wir mit einem 2:1 Vorsprung in die Halbzeit gehen würden. Die zweite Halbzeit setzten uns die Söhne Albions unter Dauerdruck; aber die Teutonen mit Philipp Lahm an der Spitze fielen nicht.

Auf der Tribüne saß Angela Merkel. Sie hatte natürlich großen Anteil an unserem Sieg. Unsere Frauen gewannen gegen die Schweiz 7:0. Na ja, wir sind ja auch Weltmeister. Pankows 32er nahmen Mittwoch abend Concordia Wilhelmsruh auseinander, und das war für Einheit auch ein richtiger Vorbeimarsch.

Quelle: Junge Welt vom 24.08.2007

10.08.2007

Die erste Hauptrunde des DFB-Pokals fand ihren Höhepunkt unbestreitbar im letzten Spiel am Montag zwischen Wacker Burghausen und Bayern München. Als den Münchenern in der 79. Minute der 1:1-Ausgleich gelang, sprang Hoeneß seinen Trainer, dem schon alle Gesichtszüge entgleist waren, an, als hätte er Chelsea aus dem Rennen geworfen. Kahn hielt dann noch zwei schwach geschossene Elfmeter der Burghausener, und die Bayern kamen mit 3:4 und einem blauen Auge weiter.

Sie waren nicht allein mit ihrem Kummer. Leverkusen verlor in Hamburg gegen St. Pauli, Cottbus in Essen gegen Rot-Weiß, den 1. FC Köln erwischte es bei der Reserve von Werder Bremen mit 4:2 auch ordentlich. Viele Bundesligavereine kamen wie die Bayern nur mit Gottes Hilfe weiter. Bremen in Braunschweig, Stuttgart in Wehen, Bochum in Dresden, Karlsruhe in Neustrelitz – alles dünne Ergebnisse.

Die Deutsche Fußballiga hat ein neues Präsidium gewählt. Der Präsident ist von Borussia Dortmund. Der erste Vizepräsident von Schalke. Und dann mußte noch Bayern München in den Vorstand. Das macht Rummenigge, der Zuträger für Hoeneß. Und was wird verhandelt? Wer Geld bekommt. Der Liga-Ausschuß! Klar. Der DFB! Klar. Und viele mehr.

Nein! Einheit Pankow bekommt nichts. Die Amateure sollen – verdammt nochmal – sparsam mit jedem Cent umgehen, und nicht nach dem Spiel jedem Spieler eine Bockwurst und ein Bier spendieren. Das machen die Proficlubs auch nicht. Der bis Uruguay und Kreuzberg bekannte Torhüter der Ü50, Katze Weinkauf, feierte seinen 60. Geburtstag mit einem 3:5 über die Hans-Rosenthal-Elf. Nun weiß die Katze nicht, soll er weiter bei den Fünfzigern spielen oder fortan bei den Sechzigern.

Die Erste verlor ihr Vorbereitungsspiel gegen Wilhelmsruh. Das ist schon traurig; aber natürlich kein Beinbruch.

Quelle: Junge Welt vom 10.08.2007

27.07.2007

Kanada ist sehr weit und sehr groß. Natürlich gehen da auch die Uhren anders. Also mußte ich nachts um 12 ans Fernsehgerät, um mir das Finale der U 20 anzusehen. Argentinien gegen Tschechien. Die Tschechen rührten ihren berüchtigten Beton an und verloren das Spiel erst in der 86. Minute. Im Spiel um den 3. Platz gewann Chile gegen zehn Österreicher etwas glücklich. Das ganze Turnier lief ohne deutsche Beteiligung ab.

Bei den U 19-Nationalmannschaften war Deutschland aber mit einer sehr guten Mannschaft vertreten. Gegen Serbien mußte zum Weiterkommen unbedingt ein Punkt her. Die entscheidenden Tore fielen erst in der dritten Minute der Nachspielzeit. Da bleibt einem fast das Herz stehen. Ein schwer erkämpftes 2:1, der Gegner nur noch mit zehn Mann, und Deutschland verliert noch 2:3. Da überzieht das große Schweigen den deutschen Raum. Das Finale verschenkt. Den Titel abgegeben. Die Spanier mußten gegen die Franzosen ins Elfmeterschießen. Ihr Tormann kaufte den Franzosen zwei Elfer ab: Finale gegen Griechenland.

Fitti Charlet wußte vom Berliner Exer-Pokal auch nicht viel fröhliches zu berichten. Einheit Pankow hatte Dienstag abend noch Heinersdorf zu schlagen, und das schien durchaus machbar. Obwohl Heinersdorf nun gerade nicht Real Madrid darstellt, schmissen sie Pankow aus dem Wettbewerb. Bäume hat die Einheit im Exer noch nie ausgerissen. Aber jetzt reicht es so langsam.

Lustiger ging es im Ligapokal zu. Schalke gewann in Nürnberg bei Hans Meyer mit 4:2 dank einer überragenden Partie von Kuranyi. Mittwoch abend mußten die Bayern gegen den VfB Stuttgart gewinnen, um in Leipzig den Pokal gegen die Gelsenkirchener Vorstädter erobern zu können. Es gelang nach überlegen geführtem Spiel mit 2:0. Auch in Leipzig sind die Münchner hochfavorisiert.

Quelle: Junge Welt vom 27.07.2007

15.07.2007

Udo Solfrian, genannt Utze, hatte Geburtstag. Er wurde 60. Viele wollten es nicht glauben und behaupteten, er sähe aus wie 30. Aber er sah mit 18 ja schon aus wie 30. Und da saßen die »Helden von Zehlendorf« und feierten noch einmal den großen Erfolg im Berlin-Fußball. Kein Punktspiel im Nacken. Keine Trainingseinheit vor der Brust. Nur die Prostata rief mahnend: »Sportfreund laß laufen!« Und der Gerstensaft troff aus den Bärten. Aus fröhlichen Kehlen erscholl der alte Einheit-Kampfruf; Rumms, ist die Einheit mit dem Hammer wieder da. Ein Jahr geschunden, und die Siegesgöttin schwebte lächelnd über dem Vereinslokal. Wir gratulieren, Utze! Es hat sich wirklich gelohnt, Freunde!

Der Ball rollt wieder. Die Tour de France allein kann die Fans nicht glücklich machen, obschon das Fernsehen qualitativ und quantitativ unheimlich reinhaut. Aber der Dopingskandal geistert durch die gesamte Berichterstattung. Die Tour wird nicht am Dopingskandal zerbrechen; genausowenig wie der Freistaat Sachsen im Korrup­tionssumpf ertrinkt, weil da genügend Gauner mit großen Besen bereitstehen, die allen Dreck unter den Teppich kehren.

Schalke hat das erste Aufbauspiel gegen FC Kopenhagen mit 2:2 eben über die Runden gebracht. Der Meister der Herzen möchte so gerne mal richtig Meister werden; aber die Aussichten sind in diesem Jahr gegen die bajuwarische Weltauswahl ganz dünn. Die Bayern gewannen ihr erstes Aufbauspiel gegen Schaffhausen am Mittwoch abend und spielten schon recht ordentlich mit ihren neuen Millionären. VfB Einheit Pankow steigt erst heute in den Exer-Pokal ein. Der Champions-League-Pokal der Auswahlteams unter 20 in Kanada (mit sehr gutem Fußball) steht etwas im Schatten der Copa America, wo Brasilien im Finale gegen Argentinien steht.

Quelle: Junge Welt vom 15.07.2007

29.06.2007

Die Junioren-Auswahlmannschaften Europas trafen sich in den Niederlanden, um den Europameistertitel auszuspielen. Wer die Spiele im Fernsehen nicht miterleben konnte, hat etwas verpaßt. Die Unter-21jährigen ließen ihre Vorbilder vergessen. Es gab Elfmeterschießen nach Remistreffen am laufenden Band. Die Zuschauer waren begeistert, als die Niederlande bis ins Finale vorstießen und vor ausverkauftem Haus gegen Serbien gewannen. Die Niederlande also Titelträger, Deutschland nur Zaungast. Unsere Jungen hatten im Vorfeld die Ausscheidungsspiele gegen England eindeutig verloren. Unser Nachwuchs hat wieder einmal eine große Chance vertan.

Das große Hickhack um Klose hat ein Ende gefunden. Über Nacht ist der Pole als Norddeutscher ein Bayer geworden. Zwölf Millionen wechselten den Besitzer. Das ist für Allofs sehr viel Geld. Hoeneß bezahlt das aus der Portokasse.

Am Sonntag war Zehlendorf fest in Pankower Hand. Die Senioren-Ü 60 schlugen Spandau 06 im Pokalendspiel mit 5:1. Dr. Weixelbaum machte allein drei Tore, von Münster und Tüschow je eins. Dr. Mach ließ nur einen Treffer zu, er war mehr als ein Ersatz für Katze Weinkauf, dem wir von dieser Stelle gute Genesung wünschen. Für die Ü 50 wurde es anschließend schwerer. Fortuna Biesdorf war der erwartet schwere Gegner. Newerla brachte Pankow durch einen Foulneunmeter mit 1:0 in Führung, und Reschke band den Sack mit seinem Treffer zum 2:1 zu. VfB Einheit Pankow gewann den Pokal zum dritten Mal in Folge und damit für immer.

Hoch her soll es in der Mitgliederversammlung des BFC Dynamo gegangen sein. Nach acht Stunden hatten sie einen neuen Boß. Einer geht – ein neuer kommt. Alles wie gehabt. Jedes Jahr die gleiche Prozedur. Sport frei!

Quelle: Junge Welt vom 29.06.2007

15.06.2007

Daß im Leipziger Sumpf die Fußballer der Stadt nicht unberührt bleiben würden, überraschte keinen sonderlich. Man muß nicht wiederholen, was sich in Probstheida abgespielt hat und wieso Lok Leipzig in der 11. Liga gelandet war. Auch die geliebten Sachsen aus Leutzsch können in der Oberliga trotz des neuen Anhangs nicht mehr aufsteigen. Die Loksche steht kurz vor dem Aufstieg in die Landesliga. Sie zogen über 5000 Fans ins Zentralstadion. Keiner weiß mehr, für wieviel Millionen das Stadion für wieviel zigtausend Zuschauer umgebaut wurde. Geld spielte in Leipzig keine Rolle. Wer jedenfalls mit den Leipziger Nachkriegsfußballern groß geworden ist, freut sich über den Erfolg der Männer hinter dem Völkerschlachtdenkmal. Möge der Fußball in der Messestadt trotz der kriminellen Umgebung in Zukunft erfolgreich arbeiten.

In dieser Rubrik haben wir auf den ominösen Fall Tennis Borussia II vs. Umutspor 8:0 hingewiesen. Nun ist das Urteil da: Umutspor gewinnt 6:0. Damit könnte die leidige Sache aus der Welt geschafft sein. Aber weit gefehlt! Tennis geht in die Berufung. Nun wird aber der neue Absteiger Spandauer Kickers lebendig; denn dort wirkten auch Tennis-Spieler aus der Ersten mit. Das Theater nimmt offenbar kein Ende. Natürlich läuft auch noch das Verfahren Trakya Spor gegen GW Neukölln II. In einem andern Fall hat Concordia Britz Einspruch erhoben. Es wird höchste Zeit, daß noch in diesem Monat die anhängigen Verfahren erledigt werden.

Und was macht Einheit Pankow? Die Jungs liegen am Ostseestrand. Das Abstiegsgespenst dem G-8-Gipfel untergeschoben, träumen sie von einer Bombensaison.

Quelle: Junge Welt vom 15.06.2007

01.06.2007

Der Teppichhändler aus Nürnberg ist Deutscher Pokalmeister geworden. Er gewann gegen zehn Stuttgarter nach Verlängerung 3:2. Hans Meyer, der Osttrainer, meinte zum Pokal: »Es ist total enttäuschend, da geht nichts zu trinken rein. Ich komme aus einer Generation, da wurde aus jedem Pokal noch gesoffen.« Die Schwaben konnten die Panne verschmerzen, sie waren ja schon Deutscher Meister. Überdies schmeißt ihnen Hertha BSC noch den Bastürk hinterher. Na ja, die Berliner haben nun wirklich genug gute Spieler, wenngleich es für die Regionalliga leider auch nicht reichte.

Dem 1. FC Magdeburg erging es in Emden nicht anders als Stuttgart: Mit zehn Mann kann man ein entscheidendes Spiel nicht gewinnen. Die Magdeburger haben aber morgen noch eine Chance, wenn sie gegen Aufsteiger St. Pauli zu Hause gewinnen. Sie werden gewiß eine volle Hütte haben.

Wißt ihr noch, als Croatia aufsteigen wollte? Sie mußten beim BVB 6:0 gewinnen, erfuhren während des Spieles, daß nur 9:0 reichen würde, machten einfach drei Tore mehr ... Heute muß Tennis Borusisia einige Tore machen. Sie machen acht Stück. Einspruch. Protest. Jedes Jahr dasselbe. Vielleicht müßte mal einer mit dem Donnerkeil dazwischenfahren. Aber wer?

VfB Einheit Pankow schlug Lübars 2:1. Foxi schoß beide Tore, Werner hielt sehr gut. Das Altliga-Pfingstturnier gewann Pankow mit 13:0 Toren bei fünf Spielen. Jechow und Rosalski machten die Tore im Endspiel. Die Ü 50 brachte Hertha BSC eine 1:0-Niederlage bei. Olaf Wrege erzielte das Tor eine Minute vor Schluß.

Die Mitglieder des VfB Einheit Pankow wählten einen neuen Vorsitzenden. Diesmal wurde es Jörg Milack, der große Ähnlichkeit mit dem alten hat. Die neue Saison wird nicht einfacher. Ich drück ihm die Daumern.

Quelle: Junge Welt vom 01.06.2007

18.05.2007

Die Bayern heulen wie sibirische Wölfe im tiefen Schnee. Kein europäischer Titel. Kein deutscher Titel. Nur bayrischer Meister – und das ist Edmund Stoiber auch. Franz Beckenbauer droht dem Rest der Welt: »Der FC Bayern wird Zeichen setzen!« Da läuft es dem FSV Werdohl aber kalt den Rücken runter. Das tat es auch den Schalkern im Entscheidungsspiel Herne gegen Lüdenscheid, wie es in Westfalen beim Ortsderby in Dortmund heißt. Nachdem die Schwarz-Gelben den Blau-Weißen das Veltins vom Mund weggerissen hatten, warteten die Stuttgarter nur noch auf die Niederlage der Bremer und nahmen schon mal die Schale mit nach Süden.

In der 2.Bundesliga zogen Tausende Rostock-Fans die Hansakogge über Land nach München und holten sich dort die heißbegehrten drei Punkte ab. Der Aufstieg ist damit noch nicht gesichert, weil Duisburg und Freiburg auch noch ins Oberhaus wollen; aber gegen Unterhaching sind die Chancen im Ostseestadion offensichtlich gut.

Etwas zu kurz kam in der Berichterstattung der FC Magdeburg. Am Sonntag reist Leverkusen in die Börde, das ist die Elf, welche vor wenigen Tagen Dynamo Dresden aus allen Träumen riß. Magdeburg könnte mit einem Sieg den Aufstieg schaffen.

Der Tabellenletzte Einheit Pankow war beim Spitzenreiter Nordost zu Gast. Als Schiri Hobudzinski nach einer halben Stunde erkannte, daß Nordost heute nie ein Feldtor schießen würde, gab er ihnen kurzentschlossen einen Elfmeter. Und dabei blieb es. Unsere Minis (fünf bis sechs Jahre) gewannen 19:0. Vier Tore machte Mareen, das einzige Mädchen in der Mannschaft. Die 50er schlugen den Weißenseer FC 5:l, die Ü 60 Blau-Weiß 9:0. Die ersten sechs Tore schoß der Knipser vom Dienst, Volker von Münster, die nächsten Tiffert, Gütschow und Gerhardt, der mit seinem Tor an seine Glanzzeiten erinnerte. Darüber spricht man in Pankow.

Quelle: Junge Welt vom 18.05.2007

06.05.2007

Im Augenblick gibt es bei Bayern München mehr Aufregung als bei Einheit Pankow. Diese Niederlage im Heimspiel gegen den HSV ließ auch Außenstehende einen unerwarteten Blick ins grauenhafte bajuwarische Fußballelend tun. Der Familie Hoeneß ist in dieser Saison nichts erspart geblieben. Aber auch gar nichts. In Berlin hat der Großkotz Dieter das Elend seiner teuren Truppe seit Jahren mit seinem überheblichen Lächeln quittiert, wissend, daß an seinem Elfenbeinturm nicht gerüttelt werden kann. Der Fußballgott hielt seine schützende Hand über Schalke nach der Niederlage in Bochum, denn Werder Bremen konnte in Bielefeld auch nicht gewinnen. Das von unseren Westfreunden ständig beschimpfte Cottbus brachte sich schon vor Ultimo in Sicherheit, was einem halben Dutzend Mannschaften nicht gelang. Mönchengladbach ist abgestiegen, Karlsruhe aufgestiegen. Essen und Rostock teilten sich die Punkte. Für welches Team es zu wenig war, wird sich am Ende zeigen. Auch Dresden hätte in Berlin die Punkte dringend nötig gehabt, aber Union gab sie nicht her. Sehr gut in Schwung ist Magdeburg. Sie hatten mehr Fans mit in Berlin gegen Hertha als sie früher bei Heimspielen hatten.

Pankow war bei den Neuköllner Türken wieder glücklos und verlor 2:1. Der Präsident von Einheit ersparte sich als Oberbefehlshaber den Anblick seines geschlagenen Heeres. Die Großväter halten das Schönholzer Panier noch hoch. Die AK 50 gewann ihr Punktspiel gegen NNW 98 durch zwei Tore von Wernicke und Reschke. Katze Weinkauf erklärte vor der internationalen Presse (Charlet »vom Heiligenseer Nachtexpress«), er wäre wieder Weltklasse gewesen. Die Ü 60 mit Kapitän Jürgen Gütschow schlug Mahlsdorf 6:2. Die E-Jugend schoß 104 Tore (12 Spiele 36 Punkte). Pascal Ruske ließ nur 14 Tore zu. Wenn die Elf zusammenbleibt, könnte Einheit in zehn Jahren wieder in die Landesliga aufsteigen.

Quelle: Junge Welt vom 06.05.2007

13.04.2007

Der Osterhase legte einigen Mannschaften faule Eier ins Nest. Aachen und HSV, Hertha und Karlsruhe, Leverkusen und Union waren betroffen. Auf Schalke hielten Fans ein Plakat hoch: »Wenn sogar Eier eine Schale haben – wir wollen auch eine!«

Solche Losung könnte man auch in Bremen, Stuttgart oder München über die Köpfe schwenken. Nachdem der BFC-Trainer Doll in Hamburg rausgeflogen war, mußten seine BFC-Spezies Götz und Thom in Berlin die Segel streichen. Naive Gemüter hatten gehofft, Dieter Hoeneß wäre geflogen. Nein! Ein Hoeneß ist unkündbar.

International muß man den Bayern ein großes Lob zollen. Sie erreichten in Mailand gegen den AC in der Nachspielzeit ein 2:2 und gehen mit großen Aussichten ins Rückspiel. Hatte ich angenommen. Sie verloren aber in der Münchener Weizenbier-Arena mit 0:2. Leverkusen sieht nach der hohen Heimniederlage grau aus. Der AS Rom fraß auf der Insel bei Manchester United sieben muntere Dinger. Aue verspielte zu Hause gegen Köln seine Aufstiegchancen wie Union gegen Holstein Kiel und Magdeburg gegen Borussia Dortmund II. So ruhen alle Hoffnungen auf Dynamo Dresden nach dem Sieg über VfB Lübeck.

Der VfB Einheit zu Pankow holte gegen Croatia hochverdient einen Punkt. Das Aushängeschild ist augenblicklich aber die Ü 60, die ihr Heimspiel durch vier Tore des überragenden Herrn von Münster nach jeweiliger Vorarbeit Tifferts gewann. Man hatte sich übrigens durch Kersten aus der Ü 70 verstärkt. Durch einen Sieg über Blau-Weiß kämpfte sich diese Elf mit Dr. Mach und Dr. Weixelbaum sogar ins Pokalfinale. Da gratulieren wir doch fröhlich!

Quelle: Junge Welt vom 13.04.2007

30.03.2007

Wenn ich vor dem Spiel Hertha BSC gegen Energie Cottbus schrieb, wenn überraschenderweise Energie gewänne, dann wäre der Schiedsrichter der Schuldige, so bedurfte es dazu keiner besonderen prophetischen Gabe. Nein, ich weiß wie Berliner Medien damit umgehen. Ulli Meyer tönte dann auch prompt in der Fußball Woche, der Referee hätte sich auf die Cottbuser Seite gestellt. Na ja, man ist aus dem Hause Hoeneß schon einiges gewöhnt.

Unsere Nationalmannschaft machte in Prag ein gutes Spiel und gewann gegen den langen Koller verdient mit 2:1. Kuranyi machte beide Tore und arbeitete – wie Ballack – im Sturm, aber auch in der Defensive. Mit einer völlig umgekrempelten Mannschaft ging es dann Mitte der Woche gegen Dänemark aufs Feld. Die Dänen waren sehr ungehalten, daß wir mit einer B-Auswahl antraten. Bis zur Halbzeit hielt unsere Auswahl ein glückliches 0:0, trat aber dann erneut mit veränderter Truppe an. Und verlor 1:0. Die Mannschaft lebt noch!

Der VFB Einheit zu Pankow gewann sein Nachholspiel gegen Hürriet und kam auf zehn Punkte. Es ist schon erstaunlich, wie sich die Mannschaft abgeschlagen an letzter Stelle liegend, Sonntag für Sonntag zu großer kämpferischer Leistung motiviert und um jeden Punkt fightet. Auch der 1. Sekretär, unser Sportfreund Milack, hat zu alter Heiterkeit zurückgefunden. Fußball soll ja auch Spaß machen. Bis ins Pankower Rathaus muß diese Volksweisheit getragen werden.

Friedrich Charlet, Kirchbaurat i.R. und 2. Betreuer unserer 32er sah das 3:1 unserer 50er gegen Biesdorf und übermittelte mir auch das 8:3 der II. Mannschaft bei Spandau 06. Nach einem 2:3-Pausenrückstand machte mir der hohe Sieg besonders großen Spaß. Na ja, bei so vielen Mannschaften spielt immer eine für die arme Seele.


Quelle: Junge Welt vom 30.03.2007

16.03.2007

Wer es nicht gesehen hat – wie ich –, der wollte es nicht glauben: Der abgeschlagene Tabellenletzte VfB Einheit Pankow schlägt Kickers Spandau 5:0, und der stets überaus fleißige Jechow machte allein zwei Tore. Zehn Punkte sehen schon mal etwas besser aus. Ebenfalls zwei Tore machte Seefeldt gegen die Reinickendorfer Füchse, die schon 2:0 vorn lagen, gegen unseren wieder sehr guten Keeper aber nichts mehr zustande brachte.

Apropos Torwart. Der Wiese im Tor von Werder Bremen hatte einen Wahnsinnstag erwischt. Was der wegfischte, ging auf keine Kuhhaut. Er hatte den einen Punkt in München verdient. Keinen Punkt verdiente sich die Trauergemeinde von Borussia Dortmund in Bochum. Vikar Röber ging, jetzt soll es Feldprediger Doll richten. Und dann gleich gegen die Ungläubigen aus Nürnberg. Es gibt ab sofort auch keine leichten Gegner mehr in der Bundesliga. Oder glaubt jemand, er bekommt auch nur ein krümeliges Pünktchen am Bökelberg geschenkt? Nein.

In der zweiten Bundesliga sieht es nicht viel anders aus. Viele wollen aufsteigen, nur wenigen ist es am Ende vergönnt. Aue gehörte zu den vom Fußballgott Auserwählten, die in Braunschweig beim Tabellenletzten verlieren durften. Sie werden diesem Punktverlust noch einmal nachweinen. Daß Jena gegen Karlsruhe nicht sonderlich gut aussehen würde, war zu erahnen. Ich dachte auch, daß die Münchner Löwen einen Punkt in Kaiserslautern holen würden. Es sah lange danach aus, doch kurz vor Schluß machten die Roten Teufel das 2:1 perfekt.

Im europäischen Pokal kam Werder Bremen gegen Celta Vigo mit einem ganz dünnen 0:0 in die Halbzeitpause, drehte dann aber auf und spielte die Iberer an die Wand.

Unsere Frauen waren beim Algarve-Cup so schwach, daß man über die Niederlagenserie nur den Mantel des Schweigens breiten kann.

Quelle: Junge Welt vom 16.03.2007

02.03.2007

Wenn du Sonntag für Sonntag zum Platz gehst mit der vagen Hoffnung, heute müssen wir punkten, dann ist es gut, wenn diese Hoffnung ein Ende hat. Die Mannschaft hat gekämpft gegen Wilmersdorf und doch 0:1 verloren. Als Tabellenletzter verlierst du solche Spiele, die du von vorne nach Hause schaukelst. Diese Mannschaft ist jedenfalls besser als ihr Ruf. Sie hat es verdient, daß man weiter zu ihr hält.

Die 32er, bekannt unter dem Namen »VfB Einheit Seefeldt«, schenkte den Johannisthalern gleich sieben Stück ein. Heute abend in Stralau müßte es ohne ihren Knipser auch langen. Schulle und Jechow müssen noch einmal hinlangen. Wir brauchen noch ein paar Punkte. Unsere II. Männer machen sie offensichtlich nicht.

Und die Profis? Schalke kann nicht gewinnen, Stuttgart kann nicht gewinnen, Werder kann nicht gewinnen. Aber Cottbus kann es. Und Sonntag bei den beknackten Dortmundern ist eigentlich auch ein Punkt drin. Der Mainzer Karnevalsverein lud sich den Lebkuchenkomiker Meyer aus Nürnberg ein und schickte ihn ohne Gage wieder nach Hause. Rostock gewann überraschend in Duisburg und kam dem Aufstieg einen Schritt näher.

In der Woche fanden noch vier Pokalspiele statt. Leider waren unsere Spitzenvereine schon auf der Strecke geblieben, so daß die zweite Garnitur um die Gunst ihrer Anhänger spielen durfte. Nürnberg, Wolfsburg und Frankfurt kamen weiter. Hertha hoffte nach dem Punktgewinn am Sonntag in Stuttgart, den Schwaben auch am Mittwoch im Pokal ein Bein stellen zu können. »Den Sieg haben wir uns für das Pokalspiel aufgehoben«, prophezeite trainer Armin Veh. Er hatte nicht uviel versprochen, der VfB gewann verdient mit 2:0.

In der Sauerlandliga Gruppe 2 holte Werdohl einen Punkt in Plettenberg. Na ja, liegt ja um die Ecke, das Dorf.

Quelle: Junge Welt vom 02.03.2007

16.02.2007

Nach dem 2:0-Sieg über Hertha BSC wird der Schlachtruf »Kohlenpott« in Gelsenkirchen wieder lauter. Schalke will unbedingt Meister werden. Der neue Tormann hält wie verrückt, Kuranyi ist in Hochform, das könnte wirklich reichen.

Auch der HSV feierte seinen 3:0-Sieg enthusiastisch. Wobei ich bemerken möchte: Wer Borussia Dortmund nicht besiegt, der kann wirklich keinen mehr schlagen. Keeper Weidenfeller erzielte das Tor des Monats. Er fiel über seine eigenen Beine. Der Trainer von Arminia Bielefeld verließ seine Mannschaft fluchtartig. Er wird nicht der letzte sein.

In der zweiten Bundesliga geht es ebenfalls hoch her. Kaiserslautern kann zu Hause nicht gewinnen. 1860 München wird den Weg zur Spitze wohl auch nicht schaffen. Nachdem der MSV Duisburg sein Heimspiel gegen den Karlsruher SC gerade so mit 2:1 gewonnen hat, haben sich die ersten drei (Hansa, MSV und KSC) von den Nachdrängenden abgesetzt. Freiburg machte den fünften Dreier in Folge. Finke lachte sich ins Fäustchen. Cottbus muß Sonntag nach Nürnberg und würde bei einer Niederlage ganz schön mit in den Abgrund gerissen.

In der Regionalliga gewann Dresden gegen den Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach II vor 12 000 Zuschauern in der 87. Minute mit 1:0, während der 1. FC Magdeburg in seinem neuen erstklassigen Stadion gegen Holstein Kiel über ein 0:0 nicht hinauskam.

Was sich in Italien abgespielt hat, spottet wohl jeder Beschreibung. Ein Polizist tot, viele Schwerverletzte. Beim 1. FC Lok Leipzig ging es nicht viel anders zu. Polizei und Ambulanz waren unaufhörlich im Einsatz. Das Präsidium des DFB mußte sich schon mit dem Vorfall beschäftigen. Hoffentlich werden Beschlüsse gefaßt, die solchem Treiben ein Ende bereiten können. Wehret den Anfängen!

Quelle: Junge Welt vom 16.02.2007

03.02.2007

Nach 80 Minuten schien Magath in Dortmund der Zeitpunkt gekommen, mit seinen alten Geheimwaffen die drohende Niederlage noch zu verhindern. Er mußte sich zwischen Mehmet Scholl und Karl-Heinz Rummenigge entscheiden. Scholl kam und ging erfolglos. Die Bayern verloren 3:2. Cottbus gewann zu Hause gegen die Borussia aus Gladbach, die auch schon sehr lange kein Spiel mehr gewonnen hat. Der Mainzer Karnevalsverein ließ in Bochum die Korken knallen, und der HSV holte – für viele überraschend – einen Punkt in Bielefeld. In der 2. Liga verlor Hansa Rostock in Aue, den geplanten Aufstieg außerordentlich gefährdend.

Am Dienstag/Mittwoch startete die Bundesliga bereits den 19. Spieltag. Die Bayern erreichten in München gegen den VfL Bochum ein glückliches 0:0. Auch Mönchengladbach kam gegen Nürnberg über ein Remis nicht hinaus. Die Folge: Heynckes entlassen, Magath entlassen. Es werden noch einige folgen.

Mittwoch abend ging der Tanz weiter. Der HSV konnte zu Hause nicht gegen Cottbus gewinnen. Doll konnte seinen Koffer packen. Die in Berlin ständig hochgelobte Hertha fraß in Hannover fünf muntere Dinger und war damit noch gut bedient. Borussia Dortmund verlor in Mainz 1:0, die Hoffnungen zerstreuend, es ging nach dem Bayern-Spiel mit den Dortmundern bergauf. Der KSC sah schon wie der Sieger in Kaiserslautern aus, als er die zweite Hälfte nach einem Platzverweis nur noch mit zehn Mann bestreiten durfte. Prompt mußte er den Ausgleich hinnehmen.

Als Einheit Pankow das letzte Mal nach Kladow fuhr, begleiteten Hunderte Schlachtenbummler die Elf und schrien sie zum Aufstieg. Es werden Sonntag sehr viel weniger sein, und ein Punktgewinn wäre schon eine Sensation. O tampora, o mores!

Quelle: Junge Welt vom 03.02.2007

19.01.2007

Es wird Frühling, und der Rückrundenstart der Bundesliga drängt sich in die Schlagzeilen. Auch die unteren Klassen machen mobil. Unser Sonderkorrespondent Friedrich Charlet meldet sich aus Pankow von der Einheit. »Während sich die Betuchten in irgendwelchen Emiraten unter Palmen lümmeln, jagen die Einheit-Spieler mit hängender Zunge durch die Schönholzer Heide, um Kondition zu bolzen. Bernd Tiffert arbeitet am Tabellenletzten, um zumindest Frühform zu erreichen. Gegen das unterklassige Nordost wurde 6:2 gewonnen, zur Pause 4:0, in der 2. Hälfte waren alle platt. Im hochklassig besetzten Hallenturnier der Ü40 – Hertha BSC mit Bobic, Dynamo mit Kaehlitz, Rostock mit Sikora, Einheit Pankow mit Rosalski) – verloren wir unglücklicherweise im Halbfinale in letzter Minute durch ein Griestor gegen Hertha 1:0. Im Spiel um Platz drei schlugen wir Dynamo 4:3. Welsand brachte im Tor die Dynamos zur Verzweiflung.«

Der Röber muß sich bestimmt warm anziehen. Zur Eröffnung der Rückrunde hat Dortmund es sofort mit Bayern München zu tun. Marcelinho, der von der Berliner Hertha in die Türkei geflohen war, ist zurückgekehrt, um den VfL Wolfsburg um einige Millionen zu erleichtern. Gegen VW konnte die Borussia nicht mithalten, obwohl sie so gerne genommen hätte, was der Markt anbot. Aber sie hatte ja nicht einmal Kremser von Fortuna Pankow bekommen.

Natürlich brauchst du Geld, wenn ein neuer Spieler dein Mannschaftsfoto zieren soll. Im Amateurbereich keine Millionen, jedoch etwas Kleingeld – und das liegt auch nicht in jedem Strafraum herum. Im Ablösestreit mit Concordia Wilhelmsruh hat Einheit-Präsident Milack den Vorgang zur Chefsache erklärt. Und da möchte ich vertrauensvoll das Ergebnis abwarten. Nur am Rande: Ich hab' den Engelhard beim VfB Einheit zu Pankow gemocht. Punkt.

Quelle: Junge Welt vom 19.01.2007

05.01.2007

Der Weg zur Besserung ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Und fast alle fangen am ersten Tag des neuen Jahres an. Der eine will nicht mehr rauchen, der andere nicht mehr trinken, ein dritter nicht mehr fremdgehen, der nächste Sport treiben. Fußballmannschaften wollen vom Tabellenende weg, Kriminelle wollen ehrbare Bürger bleiben, Kinder ihre Zensuren verbessern. – Am 2. Januar haben 99 Prozent ihre Schwüre schon wieder weggeschlossen.
Hat der Mensch so einen windigen Charakter? – Natürlich nicht. Aber seine Umwelt macht es ihm so schwer. Wissen Sie, wieviel Milliarden der Staat durch Nikotin und Alkoholgenuß seiner Bürger verdient? Jeder Bürger, der nicht raucht und nicht trinkt, ist ein Schädling. Wissen Sie, wieviel Vereine Sonntag für Sonntag wünschen, daß Einheit Pankow verliert? Wissen Sie, wie viele Menschen wünschen, daß wir den Krieg in Afghanistan verlieren? Ja, wir sind von Feinden umgeben. Und da soll sich nun Einheit Pankow behaupten! Wo soll sich denn da noch Fröhlichkeit einstellen?
Hallenfußball ist jedenfalls besser als überhaupt kein Fußball. Die SG Borsigwalde veranstaltete das Ü 50-Turnier in Tegel, wo Einheit Pankow mit 9 Punkten und 10:2 Toren (Was Katze Weinkauf überaus erregte) Gruppensieger wurde. Die hatten sich durch den Ü-60-Spieler Leo Weixelbaum wesentlich verstärkt.
Am Sonnabend geht es in der Dynamo-Halle rund... Der Veranstalter Wartenberg hat sogar Peter Ducke zum Anstoß nach Berlin gelockt. Erstaunlich? Nein. Der Peter möchte hier sein Buch verkaufen. Ich bin mit vielen Büchern kein reicher Mann geworden. Nun war der Peter ja gerüchteweise ein besserer Geschäftsmann als ich. Vielleicht schafft er das. Nun sind ja nach der Wende Tausende von Autobiographien erschienen. Da ist die Konkurrenz auf dem Markt groß. Allen Freunden des Eckenbrüllers ein gutes neues Jahr!

Quelle:Junge Welt vom 05.01.2007

22.12.2006

Fröhliche Weihnacht gibt es im Fußball nun eben nicht für alle. Das wiederholt sich alljährlich. Da muß der Trainer bei Borussia Dortmund seinen Hut nehmen, da erwischt es den Trainer von Freiburg, und in Mainz sieht es Heiligabend verdammt böse aus. Aber auch in den unteren Klassen wird man traurig unterm Tannenbaum sitzen. Friedrich Charlet hat in Heiligensee sicher schon ein fröhlicheres Fest erlebt als in diesem Jahr.

Na ja, der Abschied von der Saison war in Pankow noch einmal ein richtiges Highlight. Unsere 40er schlugen den favorisierten Tabellenführer Lichtenrader BC nach einem großartigen Kampfspiel 2:1, Heinrich erzielte das Tor seines Lebens, und was Wianke hielt, da kullerten mir am Tage danach noch die Freudentränen auf den Teppich. Nein, den Wianke verkaufen wir nicht, da können wir noch so arm sein und Chelsea noch so viel bieten. Kann es für einen Menschen denn etwas Tröstlicheres geben als einen völlig unerwarteten Fußballsieg?

Um die Fans der vorweihnachtlichen Weihrauch- und Gebimmelwoche zu entziehen, schenkte ihnen der DFB noch eine Anzahl Pokalspiele. Der Nürnberger Torwart rettete seine Elf mit drei gehaltenen Elfmetern gegen Unterhaching in die nächste Runde. Die Bayern unterlagen mal wieder im Pokal am Aachener Tivoli mit 4:2. Uli Hoeneß stellte sich mal wieder mißmutig dem Interviewer. Die über Deutschland verteilte Fangemeinde ist natürlich untröstlich. In Berlin-Karow konnte sich der Bayernfan Brand nur sehr langsam wieder einkriegen: Was soll denn das? Wer? Fröhliche Weihnachten!

Uns armen gebeutelten Pankowern tat diese böse Bayern-Panne von Herzen gut. So eine hübsche Bescherung vor der eigentlichen Bescherung zu Weihnachten. Bei den Fußballern gehören Rute und Nüsse eben zusammen. Wie bei Doll, der soll den HSV weiterhin zur Meisterschaft führen ...

Quelle: Junge Welt vom 22.12.2006

 
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